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Monatsspruch Oktober 2016: 2. Korinter 3, 27

11. Oktober 2016 • Simon

Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit. 2. Korinter 3, 27

Der reiche Kornbauer

Ein reicher Grundbesitzer hatte eine besonders gute Ernte gehabt. ›Was soll ich jetzt tun?‹, überlegte er. ›Ich weiß gar nicht, wo ich das alles unterbringen soll!

Ich hab’s‹, sagte er, ›ich reiße meine Scheunen ab und baue größere! Dann kann ich das ganze Getreide und alle meine Vorräte dort unterbringen und kann zu mir selbst sagen: Gut gemacht! Jetzt bist du auf viele Jahre versorgt. Gönne dir Ruhe, iss und trink nach Herzenslust und genieße das Leben!

Aber Gott sagte zu ihm: ›Du Narr, noch in dieser Nacht werde ich dein Leben von dir zurückfordern! Wem gehört dann dein Besitz?‹«

Und Jesus schloss: »So steht es mit allen, die für sich selber Besitz aufhäufen, aber bei Gott nichts besitzen.

Lukas 12, 16–21

Interessant war der Versuch einer Kleinstadt, ihren Verkehrsschilderwald abzuschaffen. Teilweise gab es auf wenigen Metern Straße Dutzende von Verkehrszeichen. Niemand konnte sie im Vorbeifahren alle wahrnehmen und berücksichtigen. Auch der Kreisverkehr mitten in der Stadt wurde von allen Schildern und Vorschriften befreit. Kritiker meinten nun, es würde das Chaos ausbrechen und Verkehrsunfälle würden sprunghaft ansteigen. Aber: Nichts dergleichen geschah. Die Leute waren zunächst etwas irritiert, fuhren dann aber langsam und vorsichtig und nahmen aufeinander Rücksicht. Niemand konnte sich darauf berufen, er habe Vorfahrt. – Nein, es ging nun in einem rücksichtsvollen Miteinander. Und es ging sogar besser und mit weniger Unfällen als zuvor.

Von einer ganz ähnlichen Maßnahme spricht Paulus hier. Paulus weist auf den Geist des Herrn Jesus Christus hin. Dort liege die Freiheit. Was meint er damit?

Der Geist, den Paulus anführt, weist die Menschen auf einen neuen Weg. Dieser Weg führt hin zu einem Ziel, das er die ewige Seligkeit nennt, zu einem neuen Leben, unbegrenzt und ohne Einschränkungen. Zum Ziel gelangt man nicht mehr, indem man in der Verkehrssünderkartei in Flensburg nicht mehr auftaucht, weil man alle Verkehrszeichen genauestens beachtet hat. – Diese Verkehrszeichen sind weg, das alte Gesetz, das bislang den Weg zu Gott beschrieb, ist abgeschafft und entfernt. Es war untauglich. Zu viele, wenn nicht gar alle, sind daran gescheitert.

Was jetzt für die Christen gilt, ist der Herr Jesus Christus und sein Kreuzestod. Dieser ist die Erfüllung all dessen, woran die Menschen bis dato gescheitert waren. DAS zeigt der Geist den Menschen. Nicht mehr Dutzende von Vorschriften, kein verdammendes Gesetz mehr, sondern die Gnade Gottes in Jesus Christus. IHN sehen wir im Spiegel des Geistes.

Deswegen kann man angstfrei durchs Leben fahren, weil man weiß: Alle meine Fehler hat der Sohn getragen. Meine Sünderkartei wird von ihm gelöscht und ich bin ohne Einschränkungen frei.

Wozu wir dann die Hl. Gebote lernen? Damit wir sehen und erkennen, wie viele unserer Verstöße Christus auf unser Bitten hin löscht. Und dass die Liebe zum Mitmenschen niemals durch Gebote ersetzt werden kann. Und auch darum, damit wir sehen, wie der Herr sich grundsätzlich das Verhältnis zu ihm selbst und den Mitmenschen wünscht.

Ihr
Peter Brückmann, Pfr.

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