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Monatsspruch Juli 2016: Exodus 33,19

3. Juli 2016 • Simon

Der Herr gab zur Antwort: Ich will meine ganze Schönheit vor dir vorüberziehen lassen und den Namen des Herrn vor ausrufen. Ich gewähre Gnade, wem ich will, und ich schenke Erbarmen, wem ich will. Exodus 33, 19

Monatsspruch Juli 2016-Exodus 33,19

Monatsspruch Juli 2016-Exodus 33,19

Nun ja, wenn der Sommer kommt, wenn die Urlaubszeit da ist, wenn man Gelegenheit hat, die Schönheit der Natur auf sich wirken zu lassen, dann kann man etwas erahnen von der Größe und der „Schönheit“ Gottes. Mancher braucht dazu keine große Reise, sondern es genügt der Blick auf die Topfblume auf der Fensterbank. Sie ist aufgeblüht, so lassen uns ihre Farben und ihre bis ins Kleinste hinein gestalteten Formen staunen. Glaubende Menschen erahnen in der Schöpfung etwas von der Pracht und Größe des Schöpfers.

Mose allerdings plant keinen Urlaub, aber er will wissen, wohin die Reise geht. Und vor allem, wer der Begleiter sein wird. Nach der Katastrophe mit dem Goldenen Kalb war Gott verständlicherweise sehr böse; es hat Strafen gegeben. Dennoch will er sein Volk, das er erwählt hat, nicht fallenlassen, sondern für seine weitere Begleitung durch die Wüste sorgen. Dafür bietet Gott zunächst einen Engel an, der soll dem Zug des Volkes vorangehen und für freie Bahn sorgen. Dann, als das Volk Buße tut, indem es „seinen Schmuck ablegt“, wird der Herr weich. Er will sich’s noch einmal überlegen.

Schließlich, nach mehreren Anläufen, kann Mose den Herrn davon überzeugen, dass Gott persönlich sein Volk auch weiterhin begleitet.

So etwas nennt man Verhandlungsgeschick. Aus schier aussichtsloser Lage gelingt es Mose, den Herrn zu überzeugen und ihn an seine alten Verheißungen zu erinnern. Erfolg auf der ganzen Linie.

Das macht Mose mutig. Er bittet darum, den Herrn von Angesicht schauen zu dürfen. Sogar diese Bitte erfüllt Gott, soweit es ihm mit Rücksicht auf das Leben des Mose möglich ist.

Es sollte auch uns mutig machen. Beten und Gott in den Ohren liegen, ist nicht zwecklos. Es hat Verheißung, besonders dann, wenn wir, wie Mose, „Gott beim Wort“ nehmen können. „Du hast gesagt – also bitte, tu …“. Seinen Namen lässt Gott ausrufen: „Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig …“, so übersetzt Luther. Das ist nicht Willkür, sondern Bestätigung. Er ist uns in Jesus Christus gnädig, seit unserer Taufe. Und da mag kommen, was will. Gott hält sein Wort. So wie bei Mose.

Gottes Schönheit zieht an Mose vorüber. Zwar nicht sein Angesicht sieht Mose, denn das darf kein lebender Mensch sehen. Aber Gottes Pracht und Schönheit macht er für ihn sichtbar. Und für uns auch durch das, was er geschaffen hat und was wir jeden Sommer bestaunen können.

Ihr
Peter Brückmann, Pfr.

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