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Monatsspruch Februar 2016: Markus 11,25

23. März 2016 • Simon

Wenn ihr beten wollt und habt einem anderen etwas vorzuwerfen, dann vergebt ihm, damit auch euer Vater im Himmel euch eure Verfehlungen vergibt. Markus 11,25

Waffen in der Schule? – Kontrollen ergeben immer wieder, dass viele Schüler „nicht ganz ohne“ zur Schule gehen. Ein Taschenmesser, das sich gut verstecken lässt, ist drin, im Schulrucksack oder in der Jackentasche. „Man weiß ja nie …“. Selbst eine Pistole, heimlich aus dem unverschlossenen Waffenschrank des Vaters entwendet, hat schon den Weg in die Schule gefunden. Auch ohne Munition macht das bei den Kameraden schon Eindruck.

Mitunter gibt es konkrete Anlässe, warum Waffen den Weg in die Schule finden. Der Ton unter den Schülern ist heute rauer geworden als in früheren Zeiten. Erpressungen sind nicht ungewöhnlich. Mobbing ist auch keine Seltenheit. So mag ein mit Waffen ertappter Schüler durchaus Gründe anführen für das unerlaubte  Messer im Rucksack.

Ob Schule, Gemeinde oder Familie: Wir leben unter Menschen. Da gibt es Verletzungen und Missstimmungen. Mancher merkt nicht einmal, wie verletzend es ist, anderen seine Sichtweisen natürlich in „wohlgemeinter Art“ an den Kopf zu werfen. Kränkungen und Groll sind die Folge.  Und mancher trägt jahrzehntelang Groll gegen einen anderen, weil ihm eben  etwas Bestimmtes widerfahren ist, das er nicht loslassen kann. Nie ist es darüber zur Aussprache gekommen. Oft ahnt der Urheber des Grolls nicht einmal davon.

Jesu Worte vom Beten stehen nicht im luftleeren Raum. Jesus hat sich geärgert. Zuerst über den Feigenbaum, an dem keine Früchte zu finden waren, danach über den Kaufhausbetrieb im Tempel. Vielleicht auch über sein eigenes, unbeherrschtes Verhalten.

Petrus macht ihn aufmerksam auf die Folge von Jesu Verhalten. Der verfluchte Feigenbaum ist verdorrt, bis zur Wurzel. Jesu Worte und seine Tat ist nicht ohne erschreckende Folgen geblieben.

Um den Feigenbaum mag es vielleicht nicht sonderlich schade gewesen sein. Was aber, wenn ein solches Verhalten einen Menschen trifft? Wer übernimmt dafür die Verantwortung?

Deshalb mahnt Jesus, auch sich selbst im Blick zu behalten. Die Frage ist: Bin ich frei von Groll und Vorwürfen gegen andere? Bin ich bereit, die gleiche vergebende Großzügigkeit zu praktizieren, die ich von Gott gegenüber meiner eigenen Person erhoffe und erwarte?

Betende Hände halten jedenfalls keinerlei Messer in Reichweite, sondern vergeben. Eben deshalb, weil unser Vater im Himmel uns ebenfalls vergeben möchte. Jesu Warnung ist deutlich: Dem, der vergibt, wird auch vergeben. – Luther macht uns dazu Mut: „So wollen wir wiederum auch herzlich vergeben und gerne wohltun denen, die sich an uns versündigen!“ (Erkl. zur 5. Vaterunserbitte).

Ihr
Peter Brückmann, Pfr.

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