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Angedacht November 2017

8. November 2017 • Marlies

Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Lukas 1, 78+79

Besuch ist angesagt …, es beginnt die Hektik: Wer, wann, was, wo und womit …? Nun, wenn man Ende Oktober eine Andacht für den Jahreswechsel schreibt, dann muss man schon einen weiten Wurf tun. Besuch also, Weihnachten steht an, es steht die Adventszeit an und damit auch für manchen eine Zeit eher der Unruhe mit vielen Terminen. Zeit zur Besinnung? Meist Fehlanzeige. Eine Pfarrfrau aus entfernten Bundesländern hörte ich jüngst stöhnen und sich auf den Ruhestand ihres Mannes freuen: „Dann endlich keine großen Feierlichkeiten, keine Riesenvorbereitungen, keine sechs Gottesdienste über Weihnachten mehr. Zeit zur Ruhe und Besinnung, endlich!“    – Nun ja, ich denke, es geht nicht nur den Pfarrern so. Diese besondere Zeit ist sehr gefüllt, manchmal überfüllt.

In den Worten des Lukas ist von Hektik keine Spur. Eher von Vorfreude, von gespannter Erwartung. Das „Licht aus der Höhe“ wird kommen zu denen, die da sitzen in Finsternis und im Todesschatten. Es wird ein Licht in diese Welt kommen, die denen in der Finsternis eine große Neuerung bringen wird: Heraus aus der todgeweihten Existenz hin zu einen „Weg des Friedens“.

„Das sagt und schreibt sich leicht, lieber Lukas“, möchte man einwenden. Die, denen der Tod in diesem Jahr nahe gekommen ist, die werden unterscheiden zwischen dem, was wir so erleben und erleiden, und dem, was Lukas hier ankündigt. Wir leben gefühlt unverändert im „Schatten des Todes“. Das Licht aus der Höhe scheint eher ein unsichtbares Licht zu sein. Licht an sich ist ja unsichtbar; erst dann, wenn das Licht auf einen Gegenstand oder eine Person fällt, erst dann tut das Licht seine Wirkung und verhilft zur Orientierung.

Und so ist es auch in der Zeit, in die wir langsam eintreten. Jede Adventskerze ist Hinweis auf das eigentliche Licht. Und erst, wenn der Stern über dem Stall von Bethlehem auf das Kind in der Krippe scheint, erst dann wird dem Glauben sichtbar, worum es geht. Gottes Barmherzigkeit geht so weit, dass er in unser Todesschicksal hinein seinen Sohn schickt, um einen neuen Weg des Friedens aufzurichten. Er selbst wird in seinem Sohn, diesem Kinde in Bethlehem, kommen und den Weg in die Finsternis des Todes gehen. Das alles kündigen die Propheten an, und es ist in Bethlehem und auf Golgatha Wahrheit geworden.

Im schuldlosen Gehorsam wird der Sohn Gottes selbst für die Glaubenden ein Licht anzünden, dem wir folgen sollen: ein Licht, das uns den Weg zur Auferstehung und zum ewigen Leben bei ihm führt. Ein Weg, den wir in Frieden und Gewissheit im Glauben gehen dürfen.

Ihr

Peter Brückmann, Pfr.

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