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Angedacht Februar/März 2018

25. Februar 2018 • Marlies

Es ist das Wort des Herrn ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.  5. Mose 30,14

„Vor dem Essen wäscht man sich die Hände!“ – Gewisse Worte meiner Mutter und Worte meines Vaters begleiten mich. Meist erinnern sie mich an unangenehme Situationen, die man als Kind oder Jugendlicher erlebt hat. Und da war dann die Reaktion der Eltern, die man noch heute innerlich im Herzen hört und an die man stets erinnert wird, wenn ähnliche Situationen wiederkehren. Das geht wohl den meisten von uns so; das zählt einfach zu dem, was wir erlebt haben und wie wir erzogen wurden.

Worte, die wir mit uns tragen, vielleicht noch mit dem dazugehörenden Tonfall der Stimme der Personen. Auch lobende Worte gehören dazu. Auch Worte, die eine gewisse Art von Verheißung in sich tragen: „Wenn du so handelst, dann wirst du positiv erleben …“

Gott reiht sich in diese Art des Worte-bei-sich-Tragens ein. Schon im alten Bund war es dem Herrn wichtig, dass die Menschen viele seiner Gedanken und Vorgaben bei sich im Herzen hatten. Nicht umsonst spricht Gott von „seinen Kindern“, die er erzogen hat durch seine Worte. Immer wieder lesen wir sinngemäß den Satz: „Wenn du so handelst, dann wird es dir (durch mein Wohlwollen) gut ergehen“. So waren Gottes Worte nicht nur Ratschläge, sondern sie hatten Verheißung in die eine oder in die andere Richtung. Fehlverhalten hatte die Verheißung der Strafe.

Wie ist das bei uns, im neuen Bund? Wie steht es mit den Worten Jesu, der ja im Grunde kein i-Tüpfelchen Abstriche macht, von Gottes alten Worten?

Nun, zunächst einmal ist festzustellen, dass das alte System Gottes in weiten Teilen nur sehr bedingt bis gar nicht funktioniert hat. Nur mit wenigen Menschen war Gott wirklich zufrieden. Auch wenn sie durchaus sein Wort im Herzen hatten: ihre Taten zeigten zumeist ein anderes Bild. Nur zu oft trat das Herz, das da „böse von Jugend auf“ ist, in den Vordergrund. So sehr, dass Gott selbst eine radikale Änderung herbeiführen wollte und in Jesus Christus herbeigeführt hat.

Jesus hat im vollkommenen Gehorsam gegen Gott alles erfüllt, was Gott vorgegeben hatte. Und er hat anstelle aller derer, die Gott etwas schuldig geblieben sind, die Strafe, den Tod, erlitten. Stellvertretend für uns alle. Denn gemessen an den Worten der Zehn Gebote und Jesu Worten von der Liebe zu Gott und der selbstlosen Nächstenliebe, scheitern wir alle.

Trotzdem tragen wir alle die Worte der Gebote Gottes im Herzen und wissen meist genau, wie oft wir dagegen handeln. Zumal Jesus noch draufsattelt und sagt: „Wer mit seinem Bruder zürnt …“

Hat Jesus alles schlimmer gemacht? Die Antwort ist nicht einlinig. Ja, – schlimmer dann, wer sich nicht nach Jesu Worten richtet. Aber um Welten besser dann, wenn jemand sein Wort im Ohr hat, das Wort von der Vergebung, das Wort von der Gnade Gottes, das Wort: „Dir sind deine Sünden vergeben!“

Der Apostel Paulus vergleicht die alte und die neue Weise miteinander. Um nichts in der Welt möchte er in die alte Weise zurück. Er hat das Wort von der Annahme Gottes im Ohr und im Herzen. Von seiner Taufe. „Nun ist nun nichts Verwerfliches mehr an denen, die in Christus Jesus sind“.

So dürfen wir Gottes Vaterwort der Gnade und der Vergebung im Herzen tragen. Wir dürfen uns im Glauben zählen zu denen, die „in Christus Jesus sind“. Umso mehr, wenn auch das alte Wort der Lebens- und Erkenntnishilfe in den Geboten uns begleitet. Das verdeutlicht, warum wir jetzt „so viel besser dran“ sind. Amen.

Ihr

Peter Brückmann

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